Keynote Dr. Daniel Trauth: KI als Zentralgehirn von Smart Cities
„Science, Technology and Innovation in the age of AI“ lautet das Motto des 29. Jahrestreffen der UN Commission on Science and Technology for Development (UN CSTD). Im letzten Jahr hat die Diplomatic Council Initiative DC Quantum Leap eine Stunde lang auf dem weltweiten Zusammentreffen der Wissenschaftler und Technologie der Staatengemeinschaft den Status-quo und die Aussichten auf dem Gebiet der Quantentechnologie vorgestellt. In diesem Jahr steht der Einsatz von Künstliche Intelligenz als Gehirn für Smart Cities im Mittelpunkt. Keynote Speaker bei der UN CSTD ist Dr. Daniel Trauth, Co-Chairman des Real-World AI Forum des Diplomatic Council.
ANMELDUNG ZUM DIPLOMATIC COUNCIL EVENT BEI DER UNO AM 21. APRIL.
Smart Cities sind die Zukunft – nicht nur der Städte, sondern aller Kommunen. Das ist die feste Überzeugung der Vereinten Nationen. Dafür gibt es handfeste Gründe.
Seit dem Jahr 2008 leben erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen in Ballungsräumen als auf dem Land. 2030 werden nach Berechnungen der UNO über 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, bis 2050 sollen es etwa zwei Drittel werden. Die mit dieser Konzentration verbundenen Herausforderungen sind gewaltig und werden nur durch Smart Cities zu bewältigen sein
Schon heute entfallen etwa 70 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs auf Städte und Kommunen, obwohl diese nur fünf Prozent der Landmasse der Erde einnehmen. Damit verbunden ist ein stetig wachsender kommunaler Bedarf an Wasser, Land, Baumaterialien, Nahversorgung, Luftreinhaltung und Abfallmanagement.
Die Kommunen stehen unter ständigem Druck, und zwar auf vielen Gebieten:
Erstens: bessere Dienstleistungen anzubieten,
zweitens: die Effizienz zu steigern,
drittens: Kosten zu senken,
viertens: die Effektivität und Produktivität zu erhöhen
und fünftens: der Überlastung der Infrastruktur und der Umweltbelastung entgegenzuwirken.
Alle diese Herausforderungen können nur mit Smart-City-Konzepten bewältigt werden.
Was ist eine Smart City?
Die zu den Vereinten Nationen gehörende International Telecommunication Union ITU hat aus über 100 verschiedenen Definitionen zu Smart City die folgende Festlegung getroffen:
„Eine smarte nachhaltige Kommune ist innovativ und nutzt Informations- und Telekommunikationstechnologien und Weiteres, um die Lebensqualität, Effizienz der städtischen Betriebe und Services sowie die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, und dadurch die Anforderungen der heutigen und künftiger Generationen in Bezug auf Wirtschaft, Soziales und Umweltbelastung zu erfüllen.“
Der Begriff Smart City beschreibt also ein umfassendes Konzept für eine Kommune, in der Daten in Form von smarten – ‚intelligenten‘ – Infrastrukturen eine Schlüsselrolle spielen. Dazu gehören folgende Bereiche: Gebäude, Mobilität, Energie, Wasser, Entsorgung, Gesundheitswesen und digitale Infrastrukturen.
Dabei geht die UNO bei einer Smart City von fünf ineinandergreifenden digitalen Schichten aus:
Erstens: einem weit verteilten Sensornetzwerk,
zweitens: einer Konnektivität zum „Einsammeln“ der Daten,
drittens: einer Datenanalyse mit Vorhersagefunktionalität,
viertens: einer Automatisierungsschicht,
und fünftens: einem Stadtnetzwerk, das die physische und digitale Infrastruktur verbindet.
Daher ist es zu begrüßen, dass das deutsche Unternehmen dataMatters unter dem Namen urbanOS das weltweit erste Betriebssystem für Smart Cities auf den Markt gebracht. Viele deutsche Kommunen sind Pioniere beim Einsatz – einige davon werden auf der Konferenz bei der UNO in Genf detaillierter vorgestellt. dataMatter gehört zum Mitgliederkreis des Diplomatic Council und Dr. Daniel Trauth ist Co-Chairman des Forums „Real-World AI“, also „KI in der realen Welt“. Und es gibt kaum eine realere Welt als eine lebendige Kommune. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu eine Pflicht für einen UNO Think Tank, die Aufmerksamkeit der Staatengemeinschaft auf urbanOS und die Kommunen, die es schon nutzen, zu lenken.
Künstlicher Intelligenz und Datenschutz
Das Grundkonzept einer Smart City sieht vor, dass ein breites Spektrum an Sensoren erfasst, was in der Kommune vor sich geht. Diese Informationen werden in einen kommunalen Datenraum übertragen. Dort verknüpft die KI die verschiedenen Datenquellen und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Entscheidungsträger ab. Das führt zu fundierteren Entscheidungen anhand belastbarer Fakten und Prognosen, die allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen.
Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang der Datenschutz. „Sensoren überall in der Stadt“ darf nicht bedeuten, dass die Bevölkerung permanent überwacht werden soll. Daher spielen „Federeated AI“, also Föderierte KI, und Edge Computing eine Schlüsselrolle bei der Realisierung einer Smart City. Beides zusammengenommen bedeutet, dass die digitale Verarbeitung der Sensordaten durch KI direkt an den Sensorgeräten erfolgt, ohne personenbezogene Daten zu speichern. So lassen sich die Smart City und die Datenschutz-Grundverordnung miteinander in Einklang bringen.
Immense Nachfrage aus aller Welt
Der weltweite Markt für Smart Cities wird derzeit auf über 700 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf eine Größenordnung von 4 Billionen Dollar anwachsen.
Diese enorme Nachfrage bedeutet: Ähnlich wie wir in den letzten 20 Jahren vom Mobiltelefon zum Smartphone umgestiegen sind, werden die nächsten 20 Jahre den Wechsel der Kommunen in Richtung Smart City bestimmen.
ANMELDUNG ZUM DIPLOMATIC COUNCIL EVENT BEI DER UNO AM 21. APRIL.