DC Mitglied Felix Zuckschwerdt, Head of Mission East & Southern Africa des Diplomatic Council, reiste vom 15. bis 17. September 2026 mit einer Delegation nach Prag. Die Reise erfolgte auf Einladung der Botschaft der Tschechischen Republik in Pretoria und in Zusammenarbeit mit dem Fintech Hub Mauritius. Ziel war es, die Investitionsmöglichkeiten im tschechischen Fintech-Sektor kennenzulernen und die jüngsten Vereinbarungen zwischen der Tschechischen Republik und der Republik Mauritius zu erörtern.
Das Programm
- Svaz průmyslu a dopravy ČR (Verband der Industrie und des Verkehrs): Briefing zu einer offenen, exportorientierten Volkswirtschaft. Exporte machen rund 75 % des BIP aus, das Wachstum lag 2025 bei 2,6 %, die Arbeitslosigkeit seit Jahren zwischen 2,6 und 2,8 %.
- Tschechische Nationalbank (ČNB): Besuch der Zentralbank und ihres Besucherzentrums mit Einblick in die europäische Finanzaufsicht (ESFS mit EBA, ESMA, EIOPA und ESRB). Für regulierte Unternehmen unter MiCAR und DORA ist diese Berechenbarkeit ein zentraler Standortfaktor.
- Bankensektor: Gespräche über grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, einschließlich Zahlungswegen für exotische Währungen wie die Mauritius-Rupie und zahlreiche afrikanische Währungen.
- Außenministerium im Palais Czernin: Austausch zum bilateralen Rahmen, darunter das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Tschechien und Mauritius. Im selben Palais wurde am 1. Juli 1991 der Warschauer Pakt formell aufgelöst, ein passender Ort, um über neue Partnerschaften zu sprechen. Mit der Afrika-Abteilung des Ministeriums sprach Felix Zuckschwerdt zudem über Bildungs- und Hochschulaustausch zwischen Tschechien, Mauritius und dem östlichen und südlichen Afrika. Dabei brachte er seine Erfahrung als Unternehmer im Bildungsbereich ein, unter anderem aus der Leitung einer internationalen Schule auf Mauritius.
- CzechInvest und Czech Fintech Association: Gespräche über Ansiedlung, Förderung und Kooperation sowie ein Treffen mit Mitgliedern des Fintech-Verbands in Prag.
Vom Industriestandort zur Wissensökonomie
In nahezu allen Gesprächen ging es um die Herausforderung, eine der am stärksten industrialisierten Volkswirtschaften Europas in eine dienstleistungs- und wissensbasierte Wirtschaft zu überführen. Die Industrie trägt noch rund 30 % zum BIP bei, ein Drittel der Exporte geht nach Deutschland. Automatisierung, Energiewende und der Druck auf die Automobil-Lieferketten verlangen neue Wachstumsquellen in Finanzdienstleistungen, Software und Innovation. Die tschechische Seite benannte offen, was dafür nötig ist: Talente, Kapital und internationale Partner.
Ausblick
„Tschechien bietet EU-regulierte Infrastruktur und starke Ingenieurskompetenz, Mauritius ist die Finanzbrücke nach Afrika. Diese Stärken in Wirtschaft und Bildung zu verbinden, ist eine konkrete Aufgabe für die Wirtschaftsdiplomatie“, so Felix Zuckschwerdt. Der Diplomatic Council wird den Dialog zwischen Prag, Port Louis und den Partnern im östlichen und südlichen Afrika weiter begleiten.
Dank gilt der Botschaft der Tschechischen Republik in Pretoria, dem tschechischen Außenministerium, CzechInvest, dem Verband der Industrie und des Verkehrs, der Tschechischen Nationalbank, der Czech Fintech Association und dem Fintech Hub Mauritius.
